Der Klimawandel sorgt für mehr Turbulenzen beim Fliegen

Laut Patrick Vrancken vom DLR reagiert die Luftfahrtindustrie seit vielen Jahren auf die zunehmenden Turbulenzen. Vor allem wird daran gearbeitet, die Prognose zu verbessern. Forscher des DLR arbeiten an einer Methode, die Turbulenzen einige hundert Meter im Voraus erkennt und es dem Bordcomputer ermöglicht, automatisch Gegenmaßnahmen einzuleiten.

„Wenn wir mithilfe von Supercomputern eine Zukunft simulieren, in der die CO2-Menge in der Atmosphäre doppelt so hoch ist wie im vorindustriellen Zeitalter, dann sehen wir etwa doppelt oder sogar dreimal so viele starke Turbulenzen in klarer Luft“, sagt der Co-Autor der Studie, Paul Williams.

Die Turbulenzen im Flugverkehr haben zugenommen – und dauern länger an. Dies kann sich auch auf die Gesundheit von Besatzung und Passagieren auswirken.

Für die Passagiere seien Turbulenzen unangenehm, noch mehr aber für die Besatzung, die in dieser Zeit durch die Kabine muss, betont Patrick Vrancken vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Sie bedeuteten auch Stress für die Piloten. Bei starken Turbulenzen besteht Verletzungsgefahr. An Bord zweier Flugzeuge der Lufthansa und Condor wurden Anfang März insgesamt 27 Menschen verletzt. Denn: „Strukturell sind Flugzeuge seit Jahrzehnten ausreichend stabil gebaut“, sagt Vrancken. „Selbst eine Erhöhung der Turbulenzintensität um ein paar Prozent würde daran nichts ändern.“

Besonders Flugrouten über dem Nordatlantik sind von den immer häufiger auftretenden Turbulenzen betroffen.Boris Roessler/dpa

Die Turbulenzen im Flugverkehr haben in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Einer der Gründe dafür ist laut einer Studie der University of Reading der Klimawandel. Besonders die Routen über dem Nordatlantik sind von den sogenannten Clear-Air-Turbulenzen betroffen, die Flugzeuge „aus heiterem Himmel“ treffen.

Nach Angaben der Studienautoren kosten Turbulenzen die Branche allein in den USA jährlich zwischen 150 und 500 Millionen US-Dollar. Die Kosten entstehen durch zusätzliche Ermüdung in der Flugzeugkabine, Wartungsarbeiten, gelegentliche Schäden am Flugzeug oder die Behandlung von Verletzungen von Besatzung und Passagieren. Turbulenzen verursachen zudem noch mehr Emissionen – und Flugreisen tragen bereits jetzt erheblich zur Klimakrise bei. Es geht nicht nur um CO2-Emissionen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes tragen auch die in großen Höhen bei der Kerosinverbrennung entstehenden Stickoxide, Aerosole und Wasserdampf zur Erwärmung der Atmosphäre bei. Fliegen ist somit die klimaschädlichste Art der Fortbewegung.

Vor allem die Temperaturen im Nordatlantik geben den Forschern Anlass zur Sorge: Seit Beginn der Satellitenmessungen vor 40 Jahren war es zu dieser Jahreszeit noch nie so warm. Die Temperatur der analysierten Meeresoberfläche vom Äquator bis zur Südspitze Grönlands liegt derzeit rund 0,5 Grad über dem bisherigen Rekord für diesen Zeitraum. Durch die Zunahme der Temperaturunterschiede nördlich und südlich des Jetstreams treten auch häufiger Windböen auf, die zu mehr Turbulenzen führen.

Im Beobachtungszeitraum von 1979 bis 2020 erhöhte sich die Gesamtdauer schwerer Turbulenzen in den besonders betroffenen Regionen über dem Atlantik und den USA um 55 Prozent. Mittlere Turbulenzen traten 37 Prozent länger auf, leichte Turbulenzen 17 Prozent länger. Aber auch andere Regionen Europas sind von der Zunahme der Turbulenzen betroffen.

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