Ärzte ohne Grenzen drängte auf Propagandavideos

Am Freitag veröffentlichte RSF ein Video, das einen Mann in Uniform mit einer Gruppe von MSF-Mitarbeitern zeigt. „Waren Sie Opfer illegaler Aktivitäten, Erpressung, Drohungen oder Gewalt durch RSF-Mitarbeiter?“ fragt der Mann laut Untertitel. Ein Mitarbeiter antwortet unter anderem, dass die humanitären Gesetze respektiert würden und man ohne Einmischung Dritter arbeiten könne.

الانسانية بقوات الدعم السريع تعامل ت مع أن شطتنا ÙˆÙ Ù‚ القانون الدولي بتسهيل وتأمين عمليا تنا#RSFLive #RSFSudan#معركة_ا لديمقراطية #Øراس_الثورة_ا لمجيدة pic.twitter.com/KBjw8qZiDD

Am Dienstag wurde ein Konvoi von MSF beim Verlassen unseres Lagers angehalten und von RSF-Truppen kontrolliert. Die RSF hat uns gebeten, vor laufender Kamera eine Erklärung zu den RSF-Verfahren in diesem besonderen Fall abzugeben, und wir waren dazu verpflichtet, damit unser Konvoi seine Reise fortsetzen konnte.

Die Hilfsorganisation hatte seit Ausbruch des Konflikts immer wieder über Plünderungen und Übergriffe geklagt. Nun wurden Mitarbeiter des RSF zu weiteren Aussagen gezwungen.

Nach Angaben der Hilfsorganisation wurden Khartumer Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen (MSF) gezwungen, ein Propagandavideo zugunsten der Konfliktpartei RSF im Sudan zu drehen. Ihr Konvoi sei daran gehindert worden, ein Lagerhaus zu verlassen, teilte Ärzte ohne Grenzen am Samstag auf Twitter mit.

Die Weltgesundheitsorganisation zählte bis Anfang Juni 48 bestätigte Angriffe auf Gesundheitspersonal. Nach Angaben des UN-Nothilfewerks OCHA unter Berufung auf Zahlen des Gesundheitsministeriums wurden im Sudan-Konflikt bis Anfang Juni mindestens 780 Menschen getötet und 5.800 verletzt. Rund 1,6 Millionen Menschen sind auf der Flucht.

10.06.2023 | aktualisiert am 10.06.2023 – 20:33 Uhr

Ärzte ohne Grenzen und andere Helfer haben sich seit Ausbruch des Konflikts wiederholt über Plünderungen und Angriffe beschwert. „Die Teams von Ärzte ohne Grenzen antworteten auf die Fragen und bekräftigten die humanitären Grundsätze von Ärzte ohne Grenzen: Wir sind keiner Konfliktpartei angeschlossen und unser einziges Ziel besteht darin, der vom Konflikt betroffenen Bevölkerung zu helfen, die medizinische Hilfe benötigt“, sagte Ärzte ohne Grenzen. „Lebensnotwendige humanitäre Hilfe darf nicht missbraucht werden.“

Nach wiederholt gebrochenen Waffenstillständen hatten sich die Konfliktparteien am Samstag erneut auf einen 24-Stunden-Waffenstillstand ab 6 Uhr Ortszeit geeinigt. Nach Angaben eines dpa-Reporters in der Hauptstadt Khartum war es dort am Morgen weitgehend ruhig, nachdem in den frühen Morgenstunden Flugabwehrraketen zu hören waren. Die Lage in der von schwerer Gewalt heimgesuchten Region West-Darfur war unklar.

„Die RSF hat uns gebeten, vor laufender Kamera eine Stellungnahme zum Umgang der RSF mit diesem Fall abzugeben, und wir waren dazu verpflichtet, damit unser Konvoi seine Reise fortsetzen konnte.“ Die Rapid Support Forces (RSF), eine aus Milizen gebildete Quasi-Armee mit Zehntausenden Kämpfern, kämpft seit dem 15. April gegen die Armee unter dem ehemaligen stellvertretenden Machthaber des Landes.

Rauch steigt auf, während die Kämpfe zwischen der sudanesischen Armee und den paramilitärischen Schnellen Unterstützungskräften andauern. Nicht im Abspann/AP

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