718 Hektar betroffen – Großschadenslage ausgerufen

Aufgrund der Munitionsbelastung in bestimmten Bereichen können die Feuerwehrleute den Brand nur auf eigens angelegten Wegen löschen, die ständig bewässert werden. Daher wurden die Löscharbeiten aus der Luft fortgesetzt. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz besteht Explosionsgefahr. Seit Mittag unterstützt die Bundeswehr die Feuerwehrleute vor Ort mit zwei Hubschraubern. Auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz.

Zwei Waldbrandleitstellen in Brandenburg überwachen Ereignisse ab Gefahrenstufe 3. Neben Zossen im Süden gibt es den Standort Eberswalde (Barnim). Mehr als 100 Sensoren sollen Rauchentwicklung frühzeitig erkennen.

Jüterbog – Der Waldbrand bei Jüterbog südlich von Berlin hat sich erst am Samstag weiter ausgebreitet, dennoch bleibt die Lage angespannt. Am Samstag versuchten Einsatzkräfte weiterhin, den Brand auf dem mit Munition beladenen ehemaligen Truppenübungsplatz einzudämmen.

10.06.2023 | aktualisiert am 10.06.2023 – 15:49 Uhr

Das Ausmaß des Brandes bei Jüterbog wird allein anhand der Zahl der Löscheinsätze der Bundespolizei deutlich. Ihren Angaben zufolge wurden am Freitag bei 44 Anflügen rund 80.000 Liter Löschwasser abgeworfen. Seit Anfang Juni wurden rund 362.000 Liter Wasser für die Unterstützung vor Ort eingesetzt.

Die Löscharbeiten konzentrieren sich insbesondere auf das Gebiet um die Ortschaft Altes Lager in der Gemeinde Niedergörsdorf im Landkreis Teltow-Fläming. Gewitter brachten zwar etwas Regen, doch nach Angaben der Einsatzleitung entspannte sich die Lage nicht.

Der Landkreis Teltow-Fläming hat Erfahrungen aus den Bränden der letzten Jahre gesammelt – beispielsweise aus dem Großbrand 2019 auf dem Gebiet Jüterbog. Auch damals brannte das Feuer auf einer ähnlich großen Fläche von 744 Hektar. Anschließend sei mit allen Beteiligten ein Waldbrandschutzkonzept erarbeitet worden, berichtete der Landrat. Unter anderem wurden neue Löschwasserbrunnen gebaut und modernisiert, Waldbrandschutzanlagen unterhalten und neue Technik angeschafft. Man habe gelernt, dass man nicht zu spät reagieren dürfe, sagte Kornelia Wehlan (links) der dpa. „Wir müssen immer versuchen, vor dem Berg zu bleiben.“

Rauch steigt aus einem Wald bei Jüterbog.Sven Kaeuler/TNN/dpa

Seit dem 31. Mai brennt es in der Gegend. Am Freitag, als die Großschadenslage bekannt wurde, übernahm der Landkreis die Leitung des Einsatzes. Dadurch ist es möglich, Einsatzkräfte aus anderen Gebieten um Unterstützung zu bitten, da die eigenen Kräfte die Situation nicht alleine bewältigen können. Zuvor hatte die Stadt Jüterbog den Einsatz geleitet.

Die Waldbrandgefahr ist derzeit in ganz Brandenburg hoch. Nach Angaben des Umweltministeriums galt am Samstag in den Landkreisen Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Uckermark die höchste Gefahrenstufe 5, in den übrigen Landkreisen die zweithöchste Stufe 4. Auch für die kommende Woche sieht der Waldbrandschutzbeauftragte ein hohes Risiko, denn die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes gingen von Trockenheit und kaum Niederschlägen aus.

Die Lage um den Waldbrand bei Jüterbog südlich von Berlin bleibt angespannt. Die Bundeswehr und die Bundespolizei setzen Hubschrauber ein, um den Brand zu löschen.

Nordöstlich und südwestlich des Gebietes würden zwei mit Munition beladene Bereiche genau überwacht, sagte der Sprecher der Einsatzzentrale, Silvio Ramlow, der Deutschen Presse-Agentur. „Im Moment gibt es keine Explosionen.“ Ortschaften sind weiterhin nicht gefährdet.

„Jetzt sind wir in Gebieten angekommen, die noch nicht brannten und bisher verschont blieben“, warnte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel, am Samstag. Die Feuerwehrleute versuchten, die Flammen auf den errichteten Gängen einzudämmen. Engel schloss nicht aus, dass sich das Feuer aufgrund der hohen Temperaturen und des Windes noch ausbreiten könnte.

Nach Angaben der Einsatzleitung des Landkreises Teltow-Fläming beträgt die Brandfläche 718 Hektar und hat sich seit gestern Nacht nicht weiter ausgebreitet. Der Brandbereich umfasst verbrannte Bereiche sowie aktuell brennende Bereiche. 10 Hektar in einem Gebiet Richtung Frankenförde sind hinzugekommen.

Laut Engel lodern seit Beginn der Waldbrandsaison bereits 130 Brände – ein starker Anstieg im Vergleich zu 57 Bränden im Mai. Die Saison beginnt im März und dauert bis September. „Wir müssen zu den kleinen Bränden greifen, damit sie nicht groß werden. Die Früherkennung von Waldbränden ist das A und O“, betonte er.

Die @bundeswehrinfo unterstützt derzeit das @Deutsche_Heer bei der Bekämpfung von #Waldbränden auf dem ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz bei #Jüterbog mit zwei #NH90. Die #Bundeswehr kämpft gemeinsam mit einem #Hubschrauber von @bpol_11 gegen die Flammen. #TFK pic.twitter.com/lbMTiDXiJZ